Wenn Wörter ihre Bedeutung verändern

Vom ursprünglichen Sinn zur heutigen Bedeutung – eine unterhaltsame Reise durch die Sprachgeschichte.

Vom Privatman zum Idioten

Auch Wörter wechseln im Laufe der Jahrhunderte ihre Kleider. Manche ziehen sich etwas Eleganteres an, andere schlüpfen in ein Kostüm, das ihnen nicht besonders gut steht.

So erging es auch dem „Idioten“.

Das griechische Wort idiṓtēs (ἰδιώτης) bezeichnete ursprünglich eine Privatperson oder einen Laien. Ein völlig harmloser Zeitgenosse also, der niemandem etwas zuleide tat.

Doch irgendwann wechselte das griechische Wort im Deutschen sein Kostüm. Aus dem Privatmann wurde ein „Unwissender“ und schließlich unser heutiges Schimpfwort „Idiot“.

Eine erstaunliche Verwandlung: vom unbescholtenen Privatmann zum Dummkopf – ganz ohne eigenes Verschulden!

Toll! – Vom Wahnsinn zur Begeisterung

Wenn wir heute etwas „toll“ finden, sind wir begeistert. Doch früher hätte dieses Kompliment für Verwunderung gesorgt.

Das Wort „toll“ bedeutete ursprünglich „verrückt“, „rasend“ oder „wahnsinnig“. Daran erinnert noch heute die „Tollwut“.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten vor ein paar Jahrhunderten zu einer Dame gesagt: „Sie sehen heute aber toll aus!“ Vermutlich hätte sie Ihnen keine Kusshand zugeworfen, sondern eher einen Psychologen empfohlen.

Doch die Zeiten ändern sich – und die Wörter wechseln ihre Kostüme. Aus dem einstigen Wahnsinnigen wurde ein gefeierter Star: „toll“ bedeutet heute „großartig“ oder „ausgezeichnet“.

So kann sich ein Wort vom Wahnsinn zur Begeisterung hocharbeiten – ganz ohne Therapie, aber mit einer wirklich tollen Karriere!

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